Sonntag, 2. April 2017

Guadix

Heute nun die Bilder von unserem Ausflug nach Guadix. Dieses Mal sind wir ein bisschen länger gefahren, denn Guadix ist so ca. 180 km von uns entfernt. Die etwas längere Fahrt hat sich gelohnt.

Es geht beständig bergauf. Guadix liegt auf einer Höhe von ca. 1.000 m. Die Sierra Nevada mit ihren schneebedeckten Gipfeln bietet eine perfekte Kulisse.
Die Landschaft auf der Fahrt dorthin verändert sich langsam. Im Hintergrund sieht man die Berge und wir kommen den schneebedeckten Gipfeln immer näher.

 
 Rocky ist in der Zwischenzeit auch aufgewacht und schaut kurz nach, ob wir nicht schon da sind.
 
 
Rechts von der Straße sehen wir das Gestein, in das in früheren Zeiten die bekannten Höhlenhäuser in dieser Region "hinein gegraben" wurden, von denen bis heute noch sehr viele bewohnt sind. Einige davon sind wohl auch dem Straßenbau zum Opfer gefallen, denn hier und da erkennen wir noch Eingänge/Fensterhöhlen im Gestein. In Guadix werden wir uns auf die Suche nach den Höhlenhäusern machen, haben wir uns vorgenommen. Ein großer Teil der der Bewohner dieser großen Stadt wohnt auch heute noch unterirdisch in den so genannten Wohnhöhlen.
 
 
 Direkt am Ortseingang sehen wir tatsächlich schon eines der in den Berg hinein gebauten Häuser. Lediglich die Fassade erinnert an eine Hauswand.
Dann haben wir die Stadt erreicht und auch gleich einen Parkplatz gefunden. Jetzt geht's zu Fuß weiter. Rocky ist - wie immer - voll begeistert. Er wird - auch wie immer - die Stadt auf seine Weise erkunden. Da braucht Mann manchmal etwas Geduld ;-) und hat extra für diesen Tag sein "Bad-Dog-Shirt" angezogen.
 
Mittelpunkt der Stadt ist die sehr beeindruckende Kathedrale. 
 
Die Kathedrale von Guadix wurde vom sechzehnten Jahrhundert bis zum Ende des achtzehnten Jahrhunderts gebaut. Ursprünglich gab es einen westgotischen Tempel. Darüber wurde dann die Al-hama-Moschee gebaut . Es gab drei Bauphasen: Eine gotische Phase, in der unter der Leitung von Pedro Morales und Enrique Egás mit dem Bau der heutigen Kathedrale begonnen wurde, eine Renaissance-Phase, an der Diego de Siloé beteiligt war und der eine Erweiterung durchgesetzt hat sowie eine dritte barocke Phase, die im frühen achtzehnten Jahrhundert begann und an der unter anderem Vicente Acero, Thomas, Gaspar Cayón de la Vega, Pachote, Ruíz del Peral und der Meister Moreno mitwirkten. In der letzten Phase entstanden Fassaden, Dächer, der Hochaltar und die Kanzel.
 
 
Wir spazieren an einer schönen Parkanlage vorbei und unsere erste Begegnung ist auf der gegenüber liegenden Seite die Bronzefigur eines "typischen" Spaniers. Es handelt sich um Francisco Núnes Muley. Muley war einer der Führer der maurischen Gemeinde im alten Königreich und erlangte Berühmtheit durch seine Verteidigung  der Identität der Moriscos. Die typischen Markenzeichen sind die Zigarre im Mund und der Hut.




 
Wir betreten die "Innen"-Stadt durch ein schönes Tor und schlendern ein wenig durch die schmalen Gassen, ......
trinken in einen kleinen Straßenkaffee einen landestypischen  Café bombón. Dabei handelt es sich um eine Espressovariation. Sehr süß und sehr lecker. - Rezept gibt's im Anhang.

Für Rocky gibt's ein Schälchen Wasser. Nach ein paar Tapas geht es weiter
und schon stehen wir wieder vor der schönen Kathedrale, die wirklich rundherum sehenswert ist und auf jeden Fall auch einen zweiten, dritten und vierten Blick verdient.

 
Beeindruckend sind auch die mühevoll und mit kleinen Steinen gepflasterten alten Gehwege

Das Gebäude mit der rosa-weißen Fassade will unseres Erachtens so gar nicht dorthin passen, obwohl es sich augenscheinlich um ein altes Haus in neuem Gewand handelt.



Während wir so durch die kleinen Straßen streifen sehen wir im Hintergrund bereits die Burg.


Es handelt sich um eine Festung aus maurischer Zeit. Wir begnügen uns mit dem schönen Blick auf die Burg und wandern weiter.
Unser Ziel ist die südliche Altstadt.
Ein kleines Päuschen im Schatten muss sein für uns und Rocky. Wir haben bereits ein bisschen an Höhe gewonnen und genießen den Blick auf die Stadt.





Nachdem wir ein bisschen kreuz und quer gegangen sind, sehen wir dann auch unser Ziel.
Das Höhlenviertel Barrio Troglodita. Die zerklüftete ockerfarbene Felsenlandschaft und die hellen, weiß getünchten Schornsteine und äußeren Wände der Höhlenwohnungen stehen in einem tollen Kontrast zu den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada im Hintergrund.



Wir nehmen Platz und genießen den grandiosen Rundum-Ausblick.




Nachdem wir so eine ganze Weile verbracht haben, wird es Rocky dann zu langweilig. Er will los und wir beugen uns ;-), beschließen den Weg vorbei an den Höhlenwohnungen zu nehmen und uns einen weiteren Besuch der Burg zu sparen, da wir sonst den gleichen Weg zurück hätten nehmen müssen.
Auf dem "Dach" dieses Hauses haben wir zuvor gesessen.
 

 



Auf dem Weg "nach unten" gibt es durchaus noch einige schöne Foto-Objekte.









In der Ferne rückt die Kathedrale wieder ins Bild doch uns steht der Sinn nach etwas Süßem und einer Tasse Kaffee.



Ein schöner Platz lädt uns ein, ein wenig zu verweilen.

Wir sind ganz begeistert von dieser prachtvollen Beleuchtung.
 
Und weiter geht's. Die Kathedrale rückt wieder in den Mittelpunkt unseres Weges. Dieses Mal von der anderen Seite.
 

Unterhalb finden umfangreiche Ausgrabungen statt. Leider gab es nirgendwo eine Informationstafel. Begnügen wir uns also mit einem Blick darauf.
 
 
 
Wir beschließen, unseren Streifzug durch Guadix zu beenden, um noch ins "Umland" zu fahren, bevor wir uns wieder auf den Heimweg begeben.
 
 
 
Der weite Blick in die unzähligen Pappelwälder ist wunderschön.


Diesen "Schlenker" zu machen, hat sich auf alle Fälle gelohnt.




Allerdings sind die Straßen nicht gerade breit,
aber mit einem großen Verkehrsaufkommen hatten wir ohnehin nicht zu kämpfen ☺ 
Wirklich überrascht hat uns mitten in der "Pampa" dann dieses Haus, was ich Euch nicht vorenthalten will.
 
Zuhause angekommen, waren wir rechtschaffend müde aber wie immer glücklich über diesen wundervoll gelungenen Tag.
 

Rocky hat sich gleich auf seinen Platz am Fenster zurückgezogen, um noch ein bisschen die späte Nachmittagssonne zu genießen. Mit diesem Foto grüßen wir ganz herzlich. Habt's fein!
 
Hasta pronto, ZamJu
 
PS: Jetzt hätte ich doch bald glatt das Rezept vergessen.
Also, Café bombón ist eine spanische Espressovariation. Zuerst gibt man gezuckerte und vorgewärmte Kondensmilch in ein nicht kaltes, vorzugsweise auch vorgewärmtes, kleines Glas, etwa 1 1/2 bis 2  fingerbreit. Darauf gibt man dann vorsichtig den Espresso, und zwar so, dass er sich nicht vermischt, so dass die beiden Schichten gut zu sehen sind. Wer's gerne besonders süß mag, kann auch noch Zucker hinzugeben, was aber m.E. nicht mehr notwendig ist. Das war's.
 
 



 

Kommentare:

  1. ....sodala und jetzt bin ich auch rechtschaffen müde!!!! Ich bin nämlich auch noch mit der "Tante" kreuz und quer durch Guadix gestreift!
    Eine gute Woche,
    Luis

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    1. Das freut mich sehr! Ich hoffe, du hattest Spaß. LG

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  2. liebe Angelika,
    mir hat Euer Ausflug auch viel Freude gemacht - die Füße tun mir gar nicht weh:)
    Hab wieder viel gelernt und Deine Fotos so richtig genießen können.
    liebe Grüße
    Gerti

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  3. Was für ein toller Ausflug, da bin ich begeistert "mitgereist" Die Fahrt lohnt sich wirklich, aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen wie kaputt ihr gewesen sein. Die Fassade des "rosa" Haus war garantiert mal dunkler. Das ist nämlich das Teja-Rot das nach Jahren so rosa wird. Kenne ich von mir als ich das erste Mal gestrichen habe. Dachte nämlich zuerst dass ich die falsche Farbe gekauft hätte ;-)) Ich liebe ja solche Ausflüge wo es soviel zu entdecken gibt. Da kann man wirklich stundenlang gucken und findet immer wieder etwas.

    Danke dass du uns so toll bebildert mitgenommen hast.

    Wünsche dir einen tollen Wochenstart und sende viele Grüsse

    N☼va

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